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XML-Sitemap erstellen und einreichen: So finden Suchmaschinen alle Seiten

Eine XML-Sitemap listet die Seiten auf, die Suchmaschinen kennen und indexieren sollen. Richtig aufgebaut, beschleunigt sie das Auffinden neuer Inhalte – fehlerhaft, sendet sie widersprüchliche Signale.

Aktualisiert: 5 Min. Lesezeit

Suchmaschinen finden Seiten vor allem über Links. Eine XML-Sitemap ergänzt das: Sie ist eine maschinenlesbare Liste der URLs, die Sie im Index sehen möchten, optional mit dem Datum der letzten Änderung. Besonders nützlich ist sie für neue Websites mit wenigen externen Links, große Shops mit Tausenden Produkten, Seiten mit schwacher interner Verlinkung und mehrsprachige Auftritte.

Aufbau einer XML-Sitemap

Das Grundgerüst nach dem Standard von sitemaps.org:

<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<urlset xmlns="http://www.sitemaps.org/schemas/sitemap/0.9">
  <url>
    <loc>https://www.beispiel.de/</loc>
    <lastmod>2026-10-01</lastmod>
  </url>
  <url>
    <loc>https://www.beispiel.de/leistungen/webdesign/</loc>
    <lastmod>2026-09-14</lastmod>
  </url>
</urlset>
  • <loc>: vollständige, absolute URL – mit Protokoll und genau der Schreibweise, die kanonisch ist.
  • <lastmod>: Datum (W3C-Format) der letzten inhaltlichen Änderung. Google nutzt es, wenn es zuverlässig ist.
  • <priority> und <changefreq>: werden von Google ignoriert und können entfallen.
  • Datei in UTF-8; Sonderzeichen wie & als &amp; maskieren. Umlaute in URLs sollten prozentkodiert sein.

Grenzen und Sitemap-Index

Pro Sitemap-Datei gelten 50.000 URLs und 50 MB unkomprimiert. Die Datei darf gzip-komprimiert ausgeliefert werden, die Grenze bezieht sich aber auf die entpackte Größe. Für größere Websites nutzen Sie einen Sitemap-Index:

<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<sitemapindex xmlns="http://www.sitemaps.org/schemas/sitemap/0.9">
  <sitemap>
    <loc>https://www.beispiel.de/sitemap-seiten.xml</loc>
  </sitemap>
  <sitemap>
    <loc>https://www.beispiel.de/sitemap-produkte-1.xml</loc>
  </sitemap>
</sitemapindex>

Ein Index kann wiederum bis zu 50.000 Sitemaps enthalten. Praktisch ist eine Aufteilung nach Inhaltstyp (Seiten, Produkte, Kategorien, Ratgeber), weil Sie in der Search Console dann pro Typ sehen, wie viele URLs indexiert sind.

Mehrsprachige Seiten: hreflang in der Sitemap

Für Websites in mehreren Sprachen oder Ländern (z. B. Deutschland, Österreich, Schweiz) können Sie die Sprachversionen direkt in der Sitemap verknüpfen:

<urlset xmlns="http://www.sitemaps.org/schemas/sitemap/0.9"
        xmlns:xhtml="http://www.w3.org/1999/xhtml">
  <url>
    <loc>https://www.beispiel.com/de-de/preise/</loc>
    <xhtml:link rel="alternate" hreflang="de-DE" href="https://www.beispiel.com/de-de/preise/"/>
    <xhtml:link rel="alternate" hreflang="de-AT" href="https://www.beispiel.com/de-at/preise/"/>
    <xhtml:link rel="alternate" hreflang="de-CH" href="https://www.beispiel.com/de-ch/preise/"/>
    <xhtml:link rel="alternate" hreflang="x-default" href="https://www.beispiel.com/de-de/preise/"/>
  </url>
</urlset>

Jede Sprachversion muss alle anderen und sich selbst nennen, und die Angaben müssen gegenseitig sein. Fehlt der Rückverweis, ignoriert Google die Zuordnung.

Welche URLs gehören hinein?

Hinein: alle indexierbaren, kanonischen Seiten mit Status 200.

Nicht hinein:

  • Weitergeleitete URLs (3xx) und Fehlerseiten (4xx/5xx)
  • Seiten mit noindex
  • Nicht-kanonische Varianten (Parameter, Sortierungen, Druckversionen)
  • Per robots.txt gesperrte URLs
  • Interne Suchergebnisse, Warenkorb, Login

Eine Sitemap voller Weiterleitungen und 404-Seiten signalisiert Google, dass man ihr nicht trauen kann.

Sitemap einreichen

  1. In der robots.txt angeben – so finden sie alle Suchmaschinen:
    Sitemap: https://www.beispiel.de/sitemap.xml
  2. Google Search Console: Indexierung → Sitemaps → URL eingeben → Senden. Der frühere „Ping“-Endpunkt von Google wurde 2023 abgeschaltet.
  3. Bing Webmaster Tools: Sitemaps → Sitemap einreichen. Bing akzeptiert keine Sitemap-Pings mehr und empfiehlt für schnelle Benachrichtigung IndexNow.

CMS wie WordPress (ab Version 5.5 unter /wp-sitemap.xml), Shopify, Shopware oder SEO-Plugins wie Yoast und Rank Math erzeugen Sitemaps automatisch. Prüfen Sie trotzdem, was darin landet – etwa unnötige Tag- oder Autorenarchive.

Statische oder dynamische Sitemap?

Für kleine Websites mit wenigen Dutzend Seiten genügt eine statische Datei, die Sie bei Änderungen neu erzeugen. Für Shops, Blogs und Portale ist eine dynamisch erzeugte Sitemap besser: Das CMS schreibt neue Produkte automatisch hinein und entfernt gelöschte. Achten Sie dabei auf drei Punkte:

  1. Performance: Bei Zehntausenden URLs sollte die Sitemap zwischengespeichert werden, damit der Abruf nicht den Server ausbremst.
  2. Konsistenz: Die Sitemap muss dieselbe URL-Variante verwenden wie Canonical-Tags und interne Links – also überall https://www. oder überall ohne www, mit oder ohne abschließenden Schrägstrich.
  3. Ehrliches lastmod: Viele Systeme setzen bei jedem Aufruf das aktuelle Datum. Google erkennt das und ignoriert das Feld dann für die ganze Website. Nur echte inhaltliche Änderungen zählen, nicht ein neues Copyright-Jahr im Footer.

Spezielle Sitemaps

Neben der normalen URL-Sitemap gibt es Erweiterungen für Bilder (image:image), Videos und News. Eine Bild-Sitemap kann helfen, wenn Bilder per JavaScript geladen werden und Google sie sonst schwer findet. Eine News-Sitemap ist nur für Nachrichtenseiten relevant und sollte nur Artikel der letzten 48 Stunden enthalten.

Beispiel: Shop mit 120.000 Produkten

Ein Onlineshop mit 120.000 Produkt-URLs braucht mindestens drei Sitemap-Dateien, da pro Datei maximal 50.000 URLs erlaubt sind (120.000 ÷ 50.000 = 2,4, aufgerundet 3). Sinnvoll ist eine Aufteilung wie sitemap-produkte-1.xml bis -3.xml, dazu sitemap-kategorien.xml und sitemap-seiten.xml – zusammengefasst in einem Sitemap-Index, der in der robots.txt steht.

Nach dem Einreichen

Im Sitemap-Bericht der Search Console sehen Sie Status, Zeitpunkt des letzten Abrufs und die Zahl der gefundenen URLs. Wichtiger ist der Bericht „Seitenindexierung“: Filtern Sie dort nach Ihrer Sitemap, um zu sehen, welche der eingereichten URLs indexiert sind und aus welchen Gründen andere fehlen.

Häufige Fehler und Lösungen

Problem Ursache Lösung
„Konnte nicht abgerufen werden“ Status ≠ 200, Firewall/Bot-Schutz blockiert Googlebot, Datei per robots.txt gesperrt URL im Browser und mit Prüftool aufrufen, Sicherheits-Plugins und CDN-Regeln prüfen
„Sitemap ist HTML“ Fehlerseite oder Weiterleitung auf Startseite Pfad korrigieren, echtes XML ausliefern
„Ungültiges Datum“ Falsches Format in lastmod JJJJ-MM-TT oder vollständiges W3C-Datetime
„Gesendete URL hat noindex“ Widerspruch zwischen Sitemap und Seite URL entfernen oder noindex aufheben
Viele „Gefunden – zurzeit nicht indexiert“ Qualität, Crawl-Budget, interne Links Inhalte verbessern, intern verlinken
Falsche Domain-Variante http:// oder ohne www in der Sitemap Nur kanonische URLs verwenden

Ob Ihre Sitemap erreichbar und gültig ist und wie viele URLs sie enthält, zeigt der Sitemap-Check. Ob Crawler die Sitemap-URL laut robots.txt abrufen dürfen, testen Sie mit dem robots.txt-Tester. Die Grundlagen der robots.txt erklärt der Ratgeber robots.txt erstellen.

Checkliste

  • Sitemap liefert Status 200 und gültiges XML in UTF-8.
  • Höchstens 50.000 URLs und 50 MB pro Datei, sonst Sitemap-Index.
  • Nur kanonische, indexierbare URLs mit Status 200.
  • lastmod ehrlich gepflegt, priority/changefreq überflüssig.
  • In robots.txt verlinkt und in Search Console sowie Bing Webmaster Tools eingereicht.
  • Bei Mehrsprachigkeit: hreflang vollständig und gegenseitig.

Häufige Fragen

Wie viele URLs darf eine Sitemap enthalten?

Höchstens 50.000 URLs und 50 MB unkomprimiert pro Datei. Größere Websites teilen die URLs auf mehrere Sitemaps auf und fassen sie in einer Sitemap-Indexdatei zusammen.

Garantiert eine Sitemap die Indexierung?

Nein. Die Sitemap ist ein Hinweis. Ob und wann Google eine Seite indexiert, hängt von Qualität, interner Verlinkung und technischen Faktoren ab.

Was bedeutet „Konnte nicht abgerufen werden“ in der Search Console?

Google konnte die Datei nicht laden oder verarbeiten. Bei neu eingereichten Sitemaps ist das oft nur ein vorläufiger Status. Bleibt er bestehen, prüfen Sie Statuscode, robots.txt, Firewall und das XML-Format.

Sind priority und changefreq wichtig?

Nein, Google ignoriert beide Angaben. Relevant ist ein korrektes lastmod-Datum, das nur bei echten inhaltlichen Änderungen aktualisiert wird.

Weitere Ratgeber