Eine Website, die nicht lädt, kann viele Ursachen haben: ein Serverausfall beim Hoster, eine abgelaufene Domain, ein vergessenes SSL-Zertifikat, ein falscher DNS-Eintrag – oder einfach ein hängender Router bei Ihnen zu Hause. Statt wahllos herumzuprobieren, gehen Sie am besten von außen nach innen vor: erst klären, ob die Seite für alle ausgefallen ist, dann DNS, Verbindung, Zertifikat und Serverantwort prüfen.
Schritt 1: Für alle down oder nur für Sie?
Der schnellste Test ist ein Zugriff von außerhalb Ihres Netzes. Geben Sie die Adresse in den Website-Statuscheck ein. Er ruft die Seite von unserem Server aus auf und zeigt Statuscode und Antwortzeit.
- Seite ist von außen erreichbar: Das Problem liegt bei Ihnen (Browser, Gerät, WLAN, Router, Provider, Firewall).
- Seite ist von außen nicht erreichbar: Die Website selbst oder ihre Infrastruktur hat ein Problem.
Zusätzlich hilft ein Gegentest im Mobilfunknetz: WLAN am Smartphone ausschalten und die Seite erneut aufrufen.
Schritt 2: Fehlermeldung richtig lesen
Die Meldung im Browser verrät viel über die Ursache:
| Meldung | Bedeutung | Wahrscheinliche Ursache |
|---|---|---|
DNS_PROBE_FINISHED_NXDOMAIN |
Domain nicht gefunden | Domain abgelaufen, Tippfehler, DNS-Eintrag fehlt |
ERR_CONNECTION_TIMED_OUT |
Server antwortet nicht | Server aus, Firewall, falsche IP |
ERR_CONNECTION_REFUSED |
Verbindung abgelehnt | Webserver-Dienst läuft nicht |
NET::ERR_CERT_DATE_INVALID |
Zertifikat abgelaufen | SSL-Verlängerung fehlgeschlagen |
ERR_TOO_MANY_REDIRECTS |
Weiterleitungsschleife | Fehlkonfiguration HTTP/HTTPS oder www |
| Weiße Seite / „kritischer Fehler“ | Server antwortet, Anwendung abgestürzt | PHP-Fehler, Plugin-Update |
Schritt 3: DNS prüfen
Ohne funktionierenden DNS-Eintrag findet kein Browser den Server. Prüfen Sie mit der DNS-Abfrage:
- Gibt es einen A-Eintrag (und ggf. AAAA) für die Domain und für
www? - Zeigt er auf die richtige IP-Adresse Ihres Hosters?
- Antworten die Nameserver überhaupt?
Liefert die Abfrage gar nichts, prüfen Sie per WHOIS, ob die Domain noch registriert ist. Abgelaufene Domains sind eine erstaunlich häufige Ursache – gerade wenn die hinterlegte Kreditkarte nicht mehr gültig war. Grundlagen zu Eintragstypen und TTL erklärt der Ratgeber DNS-Einträge verstehen.
Schritt 4: SSL-Zertifikat prüfen
Ein abgelaufenes oder falsch konfiguriertes Zertifikat blockiert die Seite in allen modernen Browsern. Mit dem SSL-Zertifikat-Check sehen Sie Ablaufdatum, Aussteller, abgedeckte Domainnamen und ob die Zertifikatskette vollständig ist. Da Zertifikate seit März 2026 höchstens 200 Tage gültig sein dürfen und künftig noch kürzer, ist eine funktionierende automatische Verlängerung wichtiger denn je. Mehr dazu im Ratgeber SSL-Zertifikat: Typen, Fehler, Lösungen.
Schritt 5: HTTP-Statuscode auswerten
Antwortet der Server, verrät der Statuscode, was los ist. Sie sehen ihn mit dem HTTP-Header-Check:
- 200 OK: Alles in Ordnung – das Problem liegt eher im Browser oder bei Inhalten (JavaScript-Fehler).
- 301/302: Weiterleitung; prüfen, ob das Ziel korrekt ist und keine Schleife entsteht.
- 403 Forbidden: Zugriff verweigert – Dateirechte,
.htaccess-Regel, IP-Sperre oder Firewall (z. B. Geo-Blocking). - 404 Not Found: Die URL existiert nicht; bei der Startseite oft ein falsches Dokumentenverzeichnis.
- 500 Internal Server Error: Anwendungsfehler, häufig nach Plugin- oder Theme-Updates oder durch fehlerhafte
.htaccess. - 502 Bad Gateway / 504 Gateway Timeout: Ein vorgeschalteter Proxy oder CDN erreicht den eigentlichen Server nicht.
- 503 Service Unavailable: Wartungsmodus oder Überlastung.
- 429 Too Many Requests: Ratenbegrenzung, oft durch Sicherheits-Plugins.
Wenn es nur bei Ihnen nicht geht
- Seite neu laden ohne Cache: Strg+F5 bzw. Cmd+Shift+R, oder ein privates Fenster öffnen.
- Anderen Browser testen und Erweiterungen (Adblocker, VPN) deaktivieren.
- DNS-Cache leeren: Windows
ipconfig /flushdns, macOSsudo dscacheutil -flushcache; sudo killall -HUP mDNSResponder. - Router neu starten (FRITZ!Box & Co.), damit auch dessen DNS-Cache geleert wird.
- Anderen DNS-Resolver testen, etwa 1.1.1.1 oder 9.9.9.9.
- Firmennetz: Proxy oder Content-Filter können Seiten sperren – IT fragen.
Wenn Ihre eigene Website down ist
- Statusseite des Hosters prüfen (IONOS, Strato, Hetzner, All-Inkl. & Co. veröffentlichen Störungen).
- Fehlerprotokoll (error.log) im Hosting-Panel ansehen.
- Letzte Änderungen zurücknehmen: Plugin per FTP umbenennen, um es zu deaktivieren.
- Speicherplatz und Datenbank prüfen – ein voller Webspace legt Seiten lahm.
- Support kontaktieren mit Uhrzeit, URL, Fehlermeldung und Statuscode.
Werkzeuge auf der Kommandozeile
Wer lieber im Terminal arbeitet, kommt mit drei Befehlen weit:
nslookup beispiel.de
curl -I https://www.beispiel.de
ping -c 4 beispiel.de
nslookup (oder dig) zeigt die DNS-Antwort, curl -I gibt Statuscode und Header aus, ping prüft die grundsätzliche Erreichbarkeit. Achtung: Viele Server beantworten Ping-Anfragen aus Sicherheitsgründen nicht – ein fehlgeschlagener Ping allein bedeutet also nicht, dass die Website down ist.
Beispiel: Ablauf einer typischen Fehlersuche
Ein Handwerksbetrieb meldet am Montagmorgen: „Unsere Website geht nicht mehr.“ So läuft die Prüfung ab:
- Statuscheck von außen: keine Antwort, Zeitüberschreitung – die Seite ist also für alle down.
- DNS-Abfrage: Der A-Eintrag zeigt auf eine IP-Adresse, die nicht zum aktuellen Hoster gehört.
- WHOIS: Die Nameserver wurden am Freitag geändert – bei einem Wechsel des E-Mail-Anbieters wurde versehentlich die ganze DNS-Zone umgezogen, ohne den A-Eintrag zu übernehmen.
- Lösung: A-Eintrag beim neuen DNS-Anbieter auf die richtige Server-IP setzen. Nach Ablauf der TTL ist die Seite wieder erreichbar.
Ohne feste Reihenfolge hätte man vielleicht zuerst WordPress neu installiert – ohne Erfolg.
Vorbeugen
Die meisten Ausfälle lassen sich mit wenig Aufwand verhindern oder zumindest früh erkennen. Entscheidend ist, dass Sie von einem Problem erfahren, bevor Kunden anrufen:
- Domain mit automatischer Verlängerung und aktueller Zahlungsmethode.
- Zertifikat mit automatischer Erneuerung und Ablauf-Monitoring.
- Externes Uptime-Monitoring, das Sie per E-Mail oder Push alarmiert.
- Regelmäßige Backups, die Sie auch schon einmal testweise eingespielt haben.
- Updates zuerst in einer Staging-Umgebung testen.